US-Inflationsdaten dämpfen Zinshoffnungen

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Die Inflation in den USA lag im Februar bei 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein leichter Rückgang gegenüber den 3,0 Prozent im Januar. Die Kerninflation, die Lebensmittel und Energie ausklammert, fiel von 3,3 auf 3,1 Prozent. Damit bleibt die Geldentwertung weiterhin über dem Ziel der US-Notenbank von zwei Prozent.

Warum das wichtig ist: Am 19. März steht die nächste Zinsentscheidung der Fed an, und US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Fed-Chef Jerome Powell. Seine Forderung ist klar: Zinssenkungen.

Ich denke, ich weiß es sicherlich viel besser als derjenige, der in erster Linie für diese Entscheidung zuständig ist.

Mit dieser öffentlichen Spitze gegen Powell bekräftigte Trump unlängst seine Erwartung, dass die Notenbank die Zinsen drastisch senken müsse. Bereits im Wahlkampf hatte er Zinssenkungen „wie Sie sie noch nie zuvor gesehen haben“ versprochen und die Fed aufgefordert, „die Zinssätze auf Null oder weniger“ zu senken.

Fed bleibt standhaft: Bereits im Januar ließ die US-Notenbank jedoch den Leitzins in ihrer ersten Sitzung seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus unangetastet. Der Leitzins liegt weiterhin in einer Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent. Experten halten auch im März eine Zinssenkung für unwahrscheinlich.

Eine Infografik mit dem Titel: Kein billiges Geld für Trump

Leitzins der Fed, in Prozent

Der Grund: Eine hartnäckige Inflationsrate oberhalb des Fed-Ziels von zwei Prozent und ein stabiler Arbeitsmarkt dämpfen Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik. Im Februar entstanden 151.000 neue Stellen – weniger als die erwarteten 170.000, aber immerhin mehr als die nach unten korrigierten 125.000 im Januar. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote nur minimal von 4,0 auf 4,1 Prozent.

Noch eine Unbekannte: Die Auswirkungen der neuen Zölle gegenüber Kanada, Mexiko, China und der Europäischen Union auf die Verbraucherpreise lassen sich anhand der Februardaten noch nicht eindeutig abschätzen. Die Geltungsdauer der Maßnahmen ist dafür bislang zu kurz.

Fazit: Bislang stehen die „Trumponomics“ nicht für Wachstum und Wohlstand, sondern für Unsicherheit und Turbulenzen. Warum das so ist – und welche fünf Chaosfaktoren zusammen einen perfekten Sturm für die globale Wirtschaft auslösen könnten – lesen Sie hier:

Trumponomics: Crash-Angst trotz Friedenshoffnung

Fünf Chaosfaktoren – zusammen der perfekte Sturm für die Weltwirtschaft.

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Veröffentlicht von Gabor Steingart.

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